RISIKOHINWEISE

  1. Allgemeines

Investitionen sind immer mit Risiken verbunden. Im Rahmen unseres Stresstests informieren wir Sie ausführlich über die potenziellen Risiken, die relevant sind. Auf die entsprechenden Hinweise und Unterlagen wird verwiesen. Wir möchten Sie jedoch auf einige wesentliche Risiken im Zusammenhang mit Investitionen im Allgemeinen sowie Stresstests im Speziellen hinweisen. Auch werden dabei die Risiken der Anlageklassen erläutert, die im Stresstest zur Verfügung stehen.

2. Risiken von Finanzanlagen im Allgemeinen

2.1 Allgemeines Marktrisiko

Der Anleger trägt alle Risiken, die von Marktpreisänderungen wie z.B. bei Aktienkursen, Zinssätzen oder Wechselkursen, ausgehen. Sie können zu starken Schwankungen im Wert seiner Positionen führen und Verluste bis hin zum Totalverlust nach sich ziehen. Sie können auf Änderungen der ökonomischen, konjunkturellen, rechtlichen, steuerlichen, gesellschaftlichen, politischen oder sonstigen Rahmenbedingungen zurückzuführen sein, die sich auf den Wert von Finanzinstrumenten auswirken.

2.2 Kursschwankungsrisiko

Der Anleger trägt das Risiko, dass Wertpapierkurse im Laufe der Zeit schwanken. Diese Schwankungen werden unter dem Begriff Kursschwankungsrisiko oder Volatilität zusammengefasst. Sie werden basierend auf historischen Daten oder implizit aus Optionspreisen berechnet. Je höher das Kursschwankungsrisiko oder die Volatilität eines Finanzinstruments ist, desto riskanter ist es.

2.3 Zinsänderungsrisiko

Das allgemeine Zinsniveau eines Landes oder Währungsraums hängt u.a. von der Höhe des Leitzinses ab, der von der zuständigen Zentralbank gesetzt wird. Erhöht eine Zentralbank den Leitzins, so steigt das allgemeine Zinsniveau in ihrem Währungsraum und die Kurse von Anleihen fallen. Dadurch kann einem Anleger ein finanzieller Nachteil entstehen.

2.4 Insolvenzrisiko

Der Anleger trägt das Risiko, dass ein Unternehmen seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann und insolvent geht. Bei einer Insolvenz werden Fremdkapitalgeber vorrangig vor Eigenkapitalgebern aus der Insolvenzmasse des Unternehmens bedient. Jedoch droht sowohl Fremd- als auch Eigenkapitalgebern ein Totalverlust ihrer Investments. Deshalb unterliegen sowohl Aktien- als auch Anleiheinvestments Insolvenzrisiken, aus denen Anlegern finanzielle Nachteile entstehen können.

2.5 Bonitätsrisiko

Der Anleger trägt das Risiko, dass sich die Prognosen, dass ein Unternehmen seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann, verschlechtern können. In diesem Fall spricht man von einer sich verschlechternden Bonität des Unternehmens. Bei einer schlechteren Bonität müssen Unternehmen in der Regel höhere Zinszahlungen leisten. Indikationen über die Bonität eines Unternehmens werden u.a. von Ratingagenturen gestellt. Wenn sich die Bonität eines Unternehmens verschlechtert, kann einem Anleger ein finanzieller Nachteil entstehen.

2.6 Dividendenrisiko

Unternehmen können erzielte Gewinne ganz oder in Teilen an ihre Aktionäre ausschütten. Solche Ausschüttungen werden als Dividende bezeichnet. Da sich zukünftige Gewinne und andere Ereignisse, die eine Ausschüttung schmälern oder verhindern, schlecht vorhersagen lassen, tragen Aktienanleger das Risiko, eine geringe oder gar keine Dividende zu erhalten. Dadurch kann einem Anleger ein finanzieller Nachteil entstehen.

2.7 Inflationsrisiko

Der Anleger trägt das Risiko, dass sowohl der Wert als auch die Rendite seines Vermögens durch eine Abwertung oder Minderung der Kaufkraft des Geldes gemindert werden. Bei einer Investition muss die reale Rendite (Realzins), d.h. die Differenz zwischen Zinsen, Dividenden oder Kursgewinnen und Inflationsrate berücksichtigt werden. Dies kann zu negativen Realzinsen führen, wenn die Inflationsrate die Rendite der Positionen übersteigt.

2.8 Währungsrisiko

Der Anleger trägt das Risiko, dass der Wert von Investitionen in Fremdwährungen durch Währungsrisiken abgemindert wird. Bei Investitionen in einer Fremdwährung des Anlegers hängt die erzielte Rendite nicht nur von der nominalen Rendite der Investition in der Fremdwährung ab, sondern auch von der Entwicklung des Fremdwährungskurses. Ein finanzieller Verlust kann entstehen, wenn die Fremdwährung, in der die Investition getätigt wurde, gegenüber der Landeswährung des Anlegers abgewertet wird. Währungsrisiken bestehen für alle Investitionen in Fremdwährungen, insbesondere für Aktien, Anleihen und andere Finanzinstrumente, die in einer Fremdwährung notiert sind oder die in einer Fremdwährung ausgezahlt werden.

2.9 Länderrisiko

Der Anleger trägt das Risiko, dass der Wert von Investitionen in Fremdwährungen durch Länderrisiken abgemindert wird. Ein ausländischer Staat oder Währungsraum kann die Kapitalflüsse und Wechselkurse seiner Währung beeinflussen. Ein Anleger kann dadurch einen finanziellen Verlust erleiden, sogar dann, wenn ein in einem solchen Staat oder Währungsraum ansässiger Schuldner trotz eigener Zahlungsfähigkeit seine Verpflichtung nicht rechtzeitig erfüllen kann. Die Gründe für solche Einflüsse sind vielfältig. U.a. sind sie auf einen Mangel an Devisen, Kriege oder gesellschaftliche Umbrüche in dem Staat oder Währungsraum zurückzuführen.

2.10 Konjunkturrisiko

Der Anleger trägt das Risiko, dass der Wert seiner Positionen aufgrund von Konjunkturzyklen schwankt. Der Zustand einer Volkswirtschaft hängt von Angebot und Nachfrage ab und durchläuft wiederholt einen Zyklus, der aus den vier Phasen Aufschwung, Boom, Rezession und Depression besteht. Dabei kann ein Zyklus zwei bis fünfzehn Jahre dauern und sich in seiner Länge von anderen Zyklen unterscheiden. Staaten und Zentralbanken können den Zustand einer Volkswirtschaft durch verschiedene Maßnahmen stimulieren und so den Zustand einer Volkswirtschaft beeinflussen. Dies wirkt sich unmittelbar auf den Wert der Positionen des Anlegers aus, insbesondere auf Aktien, Anleihen und Währungen. Er kann z.B. einen Verlust erleiden, wenn sein Anleiheportfolio aufgrund von Zinserhöhungen eine Wertminderung erfährt.

2.11 Liquiditätsrisiko

Der Anleger trägt das Risiko, Positionen nicht jederzeit zu Marktpreisen kaufen oder verkaufen zu können. Dies kann zu zusätzlichen Kosten führen und die erzielte Rendite schmälern. In einem illiquiden Markt läuft ein Anleger Gefahr, zusätzliche Illiquiditätsprämien zu bezahlen und seinen Kaufs- oder Verkaufsauftrag nicht sofort und mit zeitlicher Verzögerung auszuführen, wodurch ihm ein finanzieller Nachteil entstehen kann.

2.3 Informationsrisiko

Der Anleger trägt das Risiko, Positionen aufgrund von unvollständigen, verspäteten oder falschen Informationen zu kaufen oder zu verkaufen. Dadurch kann ihm ein finanzieller Nachteil entstehen.

2.4 Psychologisches Risiko

Der Anleger trägt das Risiko, aufgrund von psychologischen Effekten einen Verlust zu erleiden. Dies geschieht z.B. dann, wenn sich Anleger von persönlichen Gefühlen oder Stimmungen in ihren Entscheidungen beeinflussen lassen und nicht mehr rational entscheiden. Dadurch kann dem Anleger ein finanzieller Nachteil entstehen – insbesondere dann, wenn er selber solchen Effekten unterliegt und sie aufgrund seiner subjektiven Wahrnehmung nicht erkennen kann.

2.5 Steuerliches Risiko

Der Anleger trägt das Risiko, aufgrund von steuerlichen Effekten einen Verlust zu erleiden. Dabei können steuerliche Effekte seine persönliche Vermögenssituation aber auch die Finanzinstrumente seiner Positionen betreffen. Muss z.B. ein im Ausland ansässiges Unternehmen aufgrund der Änderung der steuerlichen Rahmenbedingungen in seinem Land mehr Steuern abführen, kann dies seinen Ertrag schmälern und sich nachteilig auf seinen Aktienkurs auswirken. Auch muss der Anleger seine Kapitalerträge versteuern und hat dabei die für ihn geltenden Bedingungen zu beachten und einzuhalten. Näheres ist vom Anleger mit seinem Steuerberater zu besprechen.

2.6 Kostenrisiko

Der Anleger trägt das Risiko, aufgrund von Kosten, die mit der gesamten Investitionstätigkeit verbunden sind, einen Verlust zu erleiden. Dies kann selbst dann geschehen, wenn seine Positionen vor Berücksichtigung von Kosten einen Ertrag erzielen würden. Solche Kosten entstehen bei der Ausführung von Transaktionen, bei der Führung eines Depots, der Zahlung von Verwaltungsgebühren an Investmentfonds etc. Der Anleger sollte sich über mögliche Kosten informieren, bevor er Positionen kauft oder verkauft, um die Profitabilität seines Handelns über die gesamte Anlagedauer einschätzen zu können.

2.7 Risiko trotz behördlicher Aufsicht

Der Anleger trägt selbst dann weiter Risiken, wenn die von ihm beauftragten Finanzdienstleister einer behördlichen Aufsicht unterstehen.

2.8 Risiko durch Kredite

Der Anleger trägt das Risiko, bei kreditfinanzierten Investitionen einen höheren Verlust zu erleiden als bei Investitionen ohne Kreditfinanzierung. Bei einem sinkenden Wert seiner Positionen kann der Anleger die Sicherheiten oder Zins- und Tilgungsansprüche eines Kredits möglicherweise nicht bedienen, und er ist gezwungen, seine Positionen (teilweise) zu veräußern. Von kreditfinanzierten Investitionen wird daher grundsätzlich abgeraten. Der Anleger sollte für Investitionen nur frei verfügbares Kapital verwenden, das nicht anderweitig von ihm benötigt wird.

3. Funktionsweise und Risiken verschiedener Anlageklassen

3.1 Aktien

Für ein Unternehmen stellt die Emission von Aktien eine Gelegenheit dar, das Eigenkapital des Unternehmens zu erhöhen. Erwirbt ein Anleger eine oder mehrere Aktien eines Unternehmens, so wird er zu einem Mitinhaber des Unternehmens. Dabei existieren verschiedene Arten von Aktien, die es dem Anleger ermöglichen – oder auch nicht ermöglichen – auf die Geschäftspolitik des Unternehmens als Mitinhaber Einfluss zu nehmen. Der Anleger sollte vor dem Erwerb von Aktien prüfen, welche Rechte und Pflichten sich aus dem Erwerb für ihn ergeben.

Als Aktionär ist ein Anleger direkt am wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens beteiligt. D.h. die aus dem Erwerb von Aktien entstehenden möglichen Zahlungsflüsse an ihn hängen theoretisch von der Dividendenausschüttung und der Kursentwicklung der Aktie ab. In der Praxis unterliegt der Wert eines Aktieninvestments jedoch zusätzlichen Risiken, die im Folgenden genannt werden: Kursschwankungsrisiko, Insolvenzrisiko, Dividendenrisiko und Zinsänderungsrisiko.

Historisch wiesen Aktienkurse eine Rendite von durchschnittlich über 8% pro Jahr auf, bei einer Volatilität von 15% bis 30% pro Jahr. Die vergangene Wertentwicklung lässt jedoch keine Rückschlüsse auf die zukünftige Wertentwicklung von Aktieninvestments zu, da bislang unbekannte Faktoren und Ereignisse auf den zukünftigen Kurs einer Aktie einwirken können.

3.2 Anleihen

Für ein Unternehmen stellt die Emission von Anleihen eine Gelegenheit dar, das Fremdkapital des Unternehmens zu erhöhen. Erwirbt ein Anleger Anleihen eines Unternehmens, so wird er nicht Mitinhaber des Unternehmens. Vielmehr verleiht der Anleger einen Nominalbetrag an das Unternehmen über eine vordefinierte Laufzeit. Während dieser Laufzeit bezahlt das Unternehmen dem Anleger in regelmäßigen Abständen Zinsen. Am Ende der Laufzeit erstattet das Unternehmen dem Anleger den Nominalbetrag zurück. Im Gegensatz zu Aktien besitzen Anleihen in der Praxis eine weitaus höhere Anzahl an Ausgestaltungsmöglichkeiten, wie z.B. Rückkaufklauseln. Der Anleger sollte vor dem Erwerb von Anleihen prüfen, welche Rechte und Pflichten sich aus dem Erwerb für ihn ergeben.

Theoretisch leistet ein Unternehmen nach Anleiheemission die zuvor definierten Zahlungen an seine Anleger. In der Praxis unterliegt der Wert eines Anleiheinvestments jedoch zusätzlichen Risiken, die im Folgenden genannt werden: Insolvenzrisiko, Bonitätsrisiko, Inflationsrisiko, Zinsänderungsrisiko und Kursschwankungsrisiko.

Historisch wiesen Anleihen geringere Renditen als Aktien auf. Dabei war die Volatilität von Anleiheinvestments ebenfalls geringer. Die vergangene Wertentwicklung lässt jedoch keine Rückschlüsse auf die zukünftige Wertentwicklung von Anleiheinvestments zu, da bislang unbekannte Faktoren und Ereignisse auf den zukünftigen Kurs einer Anleihe einwirken können.

3 Risiken von offenen Investmentfonds und Indexfonds

3.3 R Verlustrisiko

Der Anleger trägt das Risiko, dass er einen teilweisen oder vollständigen Verlust seines investierten Kapitals erleidet. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn der Wert des Investmentfonds oder Indexfonds fällt und er seine Anteile zu einem Preis verkauft, der unter dem Kaufpreis liegt. Dadurch kann ihm ein finanzieller Nachteil entstehen.

3.4 Tracking-Risiko

Der Anleger trägt das Risiko, dass die Rendite eines Investmentfonds oder Indexfonds aufgrund der anfallenden Verwaltungsgebühren und anderer Effekte unter der Rendite des replizierten Index oder des Benchmark-Index liegt. Dadurch kann ihm ein finanzieller Nachteil entstehen.

3.5 Indexrisiko

Der Anleger trägt das Risiko, dass der Index, der einem Investmentfonds als Benchmark dient oder dessen Performance durch einen Indexfonds repliziert werden soll, in seiner Zusammensetzung oder Berechnung geändert werden kann. Außerdem muss er sich der Risiken von Über- und Untergewichtungen einzelner Unternehmen in einem Index bewusst sein.

3.6 Schließungsrisiko

Der Anleger trägt das Risiko, dass die einen Investment- oder Indexfonds betreuende Fondsgesellschaft denselben schließt. In diesem Fall kann dem Anleger der Wert des Fonds ausbezahlt werden. Er trägt damit insbesondere ein zusätzliches Verlustrisiko und Bonitätsrisiko durch Schließung seitens der Fondsgesellschaft.

3.7 Übertragungsrisiko

Der Anleger trägt das Risiko, dass die einen Investment- oder Indexfonds betreuende Fondsgesellschaft denselben kündigt und auf einen anderen Fonds überträgt. Er trägt damit alle Risiken, die aus der Übertragung entstehen können, wie z.B. Indexrisiko und Tracking-Risiko.

3.8 Liquiditätsrisiko

Der Anleger trägt das Risiko, dass eine Fondsgesellschaft die Rücknahme von Fondsanteilen aussetzt.

3.9 Sekundärmarktrisiko

Der Anleger trägt das Risiko, dass ein über eine Börse erworbener Indexfonds dort nicht mehr gehandelt oder der Handel anderweitig erschwert wird. Dies kann dazu führen, dass der Anleger den Indexfonds nicht in jedem Zeitpunkt verkaufen kann.

3.10 Risiko bei Wertpapierleihgeschäften

Der Anleger trägt das Risiko von Liquiditätsengpässen in Investment- oder Indexfonds, zu denen es aufgrund von Wertpapierleihgeschäften kommen kann. Die betreuende Fondsgesellschaft kann einzelne Positionen des Fonds an andere Markteilnehmer verleihen, um eine zusätzliche Rendite für den Anleger zu generieren. Möchten während einer Wertpapierleihe mehrere Anleger ihre Anteilscheine zurückgeben, kann es zu Liquiditätsengpässen kommen, da die verliehenen Wertpapiere nicht in ausreichendem Umfang durch die Fondsgesellschaft veräußert werden können. Außerdem tragen Anleger alle Risiken, die sich aus der Wertpapierleihe an andere Marktteilnehmer ergeben.

3.11 Besicherungsrisiko

Der Anleger trägt bei synthetisch replizierten Indexfonds alle Risiken, die sich bei Ausfall des Swap-Kontrahenten der betreuenden Fondsgesellschaft ergeben. Zwar sind Swap-Kontrahenten verpflichtet, Sicherheiten hinter dem synthetisch replizierenden Swap-Geschäft zu hinterlegen. Jedoch bilden diese Sicherheiten in der Regel den Wert des replizierten Index nicht nach und bieten dem Anleger daher nur eine grobe Sicherheit bei Ausfall eines Swap-Kontrahenten. Dadurch kann dem Anleger ein finanzieller Nachteil entstehen.

4. Risiken des Handels mit Wertpapieren

4.1 Übermittlungsrisiko

Der Anleger trägt alle Risiken, die sich aus von ihm erteilten mehrdeutigen oder falschen Aufträgen an seine Finanzdienstleister ergeben.

4.2 Preisrisiko

Der Anleger trägt das Risiko, bei schwankenden Kursen aufgrund der Zeitspanne zwischen Auftragserteilung und –ausführung einen Verlust zu erleiden.

4.3 Risiko von Maßnahmen durch die Börse

Die Börse kann den Handel von Finanzinstrumenten, z.B. aufgrund von hoher Volatilität, aussetzen. Daraus entstehende Risiken trägt der Anleger.

5. Anbieterrisiko

Der Anleger trägt alle Risiken, die mit der Auftragserteilung an einen Finanzdienstleister einhergehen. Dazu zählen neben den Risiken des Handels mit Wertpapieren insbesondere auch Interessenskonflikte auf Seiten des Anbieters, durch die dem Anleger ein finanzieller Nachteil entstehen kann. Dazu zählen u.a. die nachlässige Einhaltung von regulatorischen Anforderungen, die Empfehlung von Produkten, mit denen der Anbieter mehr Geld verdient als mit anderen, günstigeren Produkten und eine realitätsnah und begünstigend erscheinende Information über die zukünftige Wertentwicklung von Produkten, die eine positive Kaufentscheidung des Anlegers bewirken soll. Es wird dem Anleger daher geraten, sich vollständig über alle angebotenen Produkte zu informieren und sich insbesondere bewusst zu machen, dass Preisentwicklungen auf Finanzmärkten in vielen Fällen praktisch nicht prognostizierbar sind. Um ein umfassendes Bild über die aktuelle Marktlage zu erlangen und um Informationsrisiken zu vermeiden, sollten sich Anleger vor einer Investitionsentscheidung umfangreich und differenziert informieren, am besten aus vielen unabhängigen Quellen.

6. Risiken von Stresstests

6.1 Szenariorisiko

Der Anleger trägt das Risiko, dass ein Szenario, das er für den Stresstest verwendet, später nicht eintritt. Auch wenn Szenarien einen Blick in die Zukunft ermöglichen bleibt es mehr als fraglich, ob sie später auch tatsächlich eintreten. Vielmehr ist davon auszugehen, dass sie die Realität ex-post falsch abbilden. Selbst wenn Szenarien mit dem Anspruch erstellt werden, aufgrund der aktuell verfügbaren Informationen eine bestmögliche Prognose für die zukünftige Marktentwicklung abzugeben, bleibt es unmöglich, unerwartete Marktbewegungen vorherzusagen. Szenarien haben daher einen rein hypothetischen Charakter.

6.2 Optimierungsrisiko

Die in der App generierten Optimierungsvorschläge basieren auf den Eingaben des Anlegers und seiner Szenario-Wahl. Da Optimierungsvorschläge unmittelbar vom zugrundeliegenden Szenario abhängen, unterliegen sie Szenariorisiken. Der Anleger trägt das sich daraus ergebende Optimierungsrisiko. Der Anleger ist dazu angehalten, Optimierungsvorschläge auf Sinnhaftigkeit zu prüfen und sie mit anderen Vorschlägen zu vergleichen, bevor er sie ganz oder in Teilen oder gar nicht umsetzt.

6.3 Methodenrisiko

Der Anleger trägt das Risiko, dass die über den Stresstest angebotene Berechnungsmethodik nicht den Erwartungen Dritter entspricht und auch nicht offengelegt wird. Die Berechnungsmethodik wird nicht im öffentlichen, akademischen Diskurs weiterentwickelt und bleibt ausschließlich der Kenntnis und Weiterentwicklung des Stresstest-Anbieters vorbehalten.

6.4 Aggregationsrisiko

Der Anleger trägt das Risiko, dass die Aggregation von Positionen in Aktien, Anleihen und Fonds deren Einzelrisiken nicht genau entspricht. Dadurch kann ihm ein finanzieller Nachteil entstehen.

6.5 Unvollständigkeitsrisiko

Der Anleger trägt das Risiko, dass die von ihm gehaltenen Positionen im Stresstest nicht abbildbar sind, d.h. dass der Stresstest in Hinblick auf seine Positionen unvollständig ist.  Dadurch kann ihm ein finanzieller Nachteil entstehen.

6.6 Technisches Risiko und Risiko von Hackerangriffen

Der Anleger trägt das Risiko, dass technische Probleme, Verbindungsunterbrechungen oder Hackerangriffe ihn an einer Durchführung von Stresstests hindern können.