Das Coronavirus löste an den Finanzmärkten weltweit einen Crash aus.

Und wir als Altersvorsorge-Startup standen auf einmal selbst im Fokus.

Nicht weil Kunden sauer auf uns waren (wir haben aktuell keine – das Produkt wird gerade gebaut!).

Sondern weil viele die Gunst der Stunde erkannten und sich fragten:

>> Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um am Markt einzusteigen? <<

Grund genug, eine Webinar-Reihe zu starten.

Übers nachhaltige Investieren.

Und die nachhaltige Altersvorsorge.

Zwar werden in dem Webinar viele Grundlagen behandelt.

Jedoch können wir dort nicht auf die aktuelle Situation an den Märkten eingehen.

Und weil das viele bewegt wollen wir das hier tun.

Und darum präsentieren wir hier Euch:

unsere erste Marktbeobachtung!

Über Feedback und Anregungen von Euch würden wir uns sehr freuen.

Gerne an:

info@xvestor.app

Folgende Punkte besprechen wir hier mit Euch:

  1. Wie kam’s zu Hamsterkäufen bei Toilettenpapier?
  2. Wir werden politisch: was in der Krise wirklich helfen würde!
  3. Kleines Hintergrundwissen zum Coronavirus
  4. So bewegt das Coronavirus die Weltwirtschaft
    1. in Deutschland
    2. in der EU
    3. in den USA
    4. in China und
    5. in Australien
  5. Warum Chancen und Risiken von Deflation und Inflation steigen
  6. Ok, Aktien sind vielleicht interessant
  7. Problematisch sind Schulden!

    Genug der Worte!    

Starten wir mit Punkt 1.

Angesagtes Partywissen:

Wie kam’s zu Hamsterkäufen bei Toilettenpapier?

Da grassiert eine Lungenkrankheit.

Und die Leute kaufen wie wild Toilettenpapier!

Wie passt das zusammen?

Zuerst einmal:

Das Phänomen ging um die Welt, bevor es nach Deutschland kam.

Aber der Reihe nach:

Ende letzten Jahres hatten die Australier mit einem  schwerem Waldbrand  zu kämpfen.

In Einzelfällen wurden lebensnotwendige Waren in Krisengebiete transportiert.

Darunter: Wasser.

Und eben auch: Klopapier.

Nach dem Erlöschen der Waldbrände brach in China das Coronavirus aus.

Kurz darauf gingen die ersten Hamsterkäufe los:

in Singapur, Hong Kong und Japan.

Der Hauptgrund waren u.a. Gerüchte, dass Klopapier bald ausverkauft sei.

Diese Gerüchte sprangen auf Australien über.

Und Australien bezieht rund 40% seines Klopapierbedarfs aus China.

So kam es, im Nachgang der verheerenden Waldbrände, zu einem Ansturm auf Klopapier in australischen Supermärkten.

Als wenn das nicht schon verrückt genug wäre:

dieser Anstrum hat sich auf andere westliche Länder übertragen.

Und so stehen bzw. standen wir auch in Deutschland vor leeren Regalen.

Hinzu kam auch:

sobald größere Mengen Klopapier im Supermarkt gekauft werden, erscheinen schnell die Regale leer.

Das erhöht den Druck, sich selber auch einzudecken wenn es ein anderer tut.

Außerdem ist Klopapier günstig und lange haltbar.

Ein Hamsterkauf tut deshalb nicht weh und vermittelt den Menschen schnell ein Gefühl von Sicherheit.

Okay, liebe Leser:

Dieses Partywissen ist zwar unterhaltsam.

Aber nutzlos.

Beschäftigen wir uns daher mit den Hilfsmaßnahmen, die weltweit von Notenbanken und Regierungen ergriffen werden.

Und geben ohne große Analyse unsere Meinung dazu ab.

Wir werden politisch: was der Wirtschaft in der Krise wirklich helfen würde!

In Windeseile werden weltweit Rettungsmaßnahmen für die Wirtschaft umgesetzt.

Von Notenbanken.

Von Regierungen.

Sie alle haben zum Ziel:

in der Zeit des großen Shutdowns die Wirtschaft zu stützen.

Aus unserer Sicht greifen die Maßnahmen jedoch nicht an der ökonomischen Wurzel des Problems.

Sondern heilen nur dessen Symptome.

Viele Unternehmen, Selbstständige, Mieter etc. geraten in finanzielle Bedrängnis.

Und das weil Aufträge ausbleiben.

Die laufenden Kosten jedoch müssen weiterhin beglichen werden.

Ein Großteil dieser Kosten entfällt letztlich auf Schuldentilgungen.

Anstatt nun diese Schulden durch die Aufnahme von Schulden durch den deutschen Staat zu tilgen könnte man sie auch während des Shutdowns aussetzen.

Die Folge:

weniger finanzieller Druck auf die Unternehmen.

Und damit eine geringeres Risiko für einen Flächenbrand an Insolvenzen.

So lange der Shutdown nur wenige Wochen anhält, würden die Gläubiger dadurch kaum Geld verlieren.

Im Gegenteil:

aufgrund des gesunkenen Insolvenzrisikos hat unterm Strich jeder Gläubiger am Ende mehr in der Tasche.

Aber wie gesagt:

nur so lange der Shutdown wenige Wochen anhält.

Andernfalls können auch die Gläubiger in Bedrängnis geraten.

Natürlich müsste man diskutieren, wie sich dieses Vorhaben juristisch umsetzen ließe.

Schließlich wären unzählige Verträge betroffen.

Wir möchten jedoch anmerken, dass man es auch bei der Kurzarbeit geschafft hat, schnell die vertraglichen Bestimmungen flächendeckend zu ändern.

Insofern möchten wir gerne einen Denkanstoß für die Diskussion geben.

Ob das realistisch ist müssen andere beurteilen.

Wir sind schließlich keine Juristen.

Bevor wir uns der ökonomischen Situation widmen, möchten wir die Eigenschaften des Virus selbst umreißen.

Uns scheint es, als wurden sie in der öffentlichen Diskussion schnell vergessen:

Kleines Hintergrundwissen zum Coronavirus

Die Medien überschlagen sich minütlich mit neuen Meldungen zum Coronavirus.

Wir nehmen hier keine Abwägung von medizinischen und wirtschaftlichen Risiken vor.

Das machen besser Ärzte und Politiker.

Wir werfen hier ausschließlich einen Blick auf die Wirtschaft.

Und dabei sind aus unserer Sicht zwei Fakten zentral:

  1. Die Inkubationszeit des Virus dauert 5 bis 6 Tage.
  2. Die Sterblichkeitsrate liegt knapp unter 1% (ohne, dass Vorerkrankungen berücksichtigt werden).

Also lauten die good news:

mehr als 99% der Menschen, die infiziert werden, überleben.

Und die bad news:

wenn man die Inkubationszeit mit der von Grippe (1 bis 2 Tage) vergleicht, fällt auf, dass die des Coronavirus deutlich länger ist.

Wenn man nach 5 bis 6 Tagen die ersten Beschwerden bekommt,

kann man bereits mehrere Personen angesteckt haben.

Und zwar ohne, dass man davon weiß.

Genau das macht es so schwierig, das Virus gezielt einzudämmen, wie man an den stark steigenden Infektionszahlen weltweit sehen kann (Stand: 2.4.2020).

Hinzu kommt:

es kann durchaus passieren, dass das Virus mutiert.

Entweder es mutiert zum guten…

… dann könnte sich die Lage weltweit beruhigen.

Oder aber:

die Menschen leiden noch stärker unter einem mutierten Virus als sie es jetzt bereits tun.

Ersteres könnte die ökonomische Situation entspannen.

Letzteres könnte sie dramatisch verschlechtern.

Wie sich das jetzige Virus auf die Wirtschaft auswirkt, wollen wir hier mit Euch besprechen:

So bewegt das Coronavirus die Weltwirtschaft

Allgemeine Gedanken

Wir wundern uns immer wieder über Menschen, die denken, mit Geld könnte man alle Probleme dieser Welt lösen.

So wundern wir uns vor allem über Notenbanken, die inzwischen bei jedem Anlass unzählige Milliarden an Euros und Dollars reflexartig in die Märkte pumpen.

Dadurch werden Marktpreise massiv verzerrt.

Und fundamentale Probleme werden aufgeschoben, statt sie zu beseitigen.

Die Politik des billigen Geldes führt zu Preisblasen an den Märkten, die eines Tages platzen werden.

Vor allem kann sie ein ordentliches Haushalten von Staaten und Unternehmen nicht ersetzen.

Das ganze Geld kann aber vor allem eines nicht ändern:

in Anbetracht der langen Inkubationszeit des Virus könnte ein erneuter Ausbruch, z.B. in China, aktuell nur durch straffere Ausgehbeschränkungen bekämpft werden.

Diese würden wiederum die Wirtschaft hart treffen.

So lange also keine Impfungen oder Therapien möglich sind, bleiben alle Volkswirtschaften leicht verletzbar.

Gehen wir daher auf die Situation in den für uns wichtigsten wirtschaftlichen Ländern ein.

Kommen wir

zur Situation in Deutschland:

Laut aktuellen Prognosen wird es dieses Jahr zu einem Rückgang des BIP um 5% kommen.

Eine tiefe Rezession wäre die Folge.

Sie träfe die deutsche Wirtschaft auf breiter Front:

Unternehmen werden verstärkt insolvent gehen, die Arbeitslosigkeit wird steigen.

Da Deutschland über gut ausgebaute soziale Sicherungssysteme verfügt, wäre das für die Menschen verkraftbar.

Gleichzeitig – und nicht weniger wichtig – ist das deutsche Gesundheitssystem gut zugänglich.

Sodass die sozialen Folgen vergleichsweise gering ausfallen werden.

Um die Folgen in Deutschland abzufedern, hat die deutsche Regierung umfangreiche Maßnahmen angekündigt bzw. umgesetzt.

Auf den ersten Blick sieht das alles sehr umfassend aus.

Bei näherer Betrachtung werden dadurch Insolvenzen auf breiter Front nicht verhindert:

die Auszahlungen sind oft an strikte Bedingungen geknüpft.

Und sind deshalb für viele schwer zu bekommen.

Insbesondere KMUs und Solo-Selbstständige müssen z.B. eine eidesstattl. Erklärung abgeben, um – wenn überhaupt – einen Bruchteil der abrufbaren Zahlungen bekommen zu können.

Größere Unternehmen müssen immer noch die Kreditprüfung ihrer Hausbank durchlaufen, um an KfW-Kredite zu kommen.

Und das, um am Ende stärker verschuldet zu sein als vorher.

In Summe wird also nicht allen Unternehmen damit geholfen.

zur Situation in Europa

Einen starken ökonomischen Dämpfer werden auch andere EU-Staaten zu verkraften haben.

Interessant ist die aktuelle Situation aber vor allem auf politischer Ebene:

wird die Krise die politische Integration der EU fördern oder verfallen die Mitgliedstaaten ins Klein-Klein?

Vor allem die langjährigen Befürworter von Euro-Bonds machen sich nun für Corona-Bonds stark.

Corona-Bonds könnten daher eine Blaupause für spätere Euro-Bonds sein.

Das Thema wird nach wie vor kontrovers diskutiert.

Und die Fronten zwischen Befürwortern und Gegnern sind verhärtet.

Wie dem auch sei.

Die EZB hat mit ihrem 750-Milliarden-Paket ohnehin schon Fakten geschaffen.

Und dabei wurde vor allem der italienische Bankensektor und die italienische Staatsschuldenlast bedacht.

Die EZB könnte dieses Jahr bis zu 68% der italienischen Schuldenlast finanzieren.

Das Coronavirus erhöht somit auch den Druck auf die italienische Politik, den eigenen Staatshaushalt grundlegend zu sanieren.

Denn auf Dauer wird die EZB die Problematik der italienischen Schulden nicht alleine lösen können.

Manche sehen bereits ein Wieder-Aufflammen der europäischen Staatsschuldenkrise.

Das will man nicht hoffen.

Aber ausschließen kann man es eben auch nicht.

Von solchen europäischen Problemen sind die Amerikaner weit entfernt.

Jedoch haben diese an anderen Stellen zu kämpfen:

zur Situation in den USA

In den USA gilt der umgekehrte Fall zu Deutschland:

dort ist der Sozialstaat schwach.

Und das Gesundheitssystem ist schwer zugänglich und teuer.

Das wird die sozialen Folgen der Krise dort kaum abfedern.

Hinzu kommt eine politische Führung, die anfangs mit der Corona-Krise überfordert schien.

Man will hoffen, dass die Führung der USA schnell dazulernt.

All’ das wird aber die aktuellen Risiken eines Abschwungs der größten Volkswirtschaft kaum abschwächen.

Möglicherweise noch verstärken.

Wenn die Arbeitslosigkeit in den USA stark ansteigt, bremst das die Nachfrage.

Und das wird zu einer zunehmenden Zahl an Insolvenzen führen.

In Summe könnte das globale Auswirkungen im Laufe des Jahres 2020 haben.

Und auch wieder europäische Volkswirtschaften in Mitleidenschaft ziehen.

So wie damals bei der Subprime-Krise 2008.

Als toxische Papiere aus den USA in die ganze Welt exportiert wurden.

Nur, dass dieses Jahr die Ursache einer Finanzkrise in der Politik und der Realwirtschaft läge.

Nochmal anders, verhält es sich in Fernost:

zur Situation in China

Auch wenn inzwischen wieder gute Nachrichten aus China kommen darf man eins nicht vergessen:

In China gibt es keine freie Presse.

Und veröffentlichte Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen.

Schließlich will man gerne schnell schönes Wetter machen, um der Wirtschaft nicht zu schaden.

Das – aber – könnte sich schnell rächen:

eine Lockerung der Ausgehbeschränkungen könnte zu einem schnellen Reimport des Virus führen.

Und das könnte wiederum erneute Ausgehbeschränkungen, als aktuell einzig wirksame Maßnahme, nach sich ziehen.

Das Virus birgt also die Gefahr, dass die chinesische Wirtschaft erneut geschwächt wird.

Und zwar mehrere Male.

Was das Entstehen des Virus angeht, so wurde bereits 2007 in Fachkreisen gewarnt, dass der Rohverzehr von Fledermäusen in China eine “Zeitbombe” sei.

Eine Brutstätte für gefährliche Viren.

Nach Ausbruch der Pandemie wurde dann auch schnell gehandelt:

der Handel und der Verzehr von Wildtieren ist seitdem in China verboten.

Spät, aber richtig.

Aber was hat das nun wieder mit Australien zu tun?

zur Situation in Australien

Nachdem chinesische Investoren in Australien u.a. den Markt für Atemschutzmasken leergekauft hatten, wurden Restriktionen seitens der australischen Regierung verhängt.

Solche Ereignisse liefern Verschwörungstheoretikern den idealen Nährboden.

Man möchte nicht hoffen, dass daraus eine neue China-Feindlichkeit in Australien entsteht.

Wie wir schon bei den Klopapier-Hamsterkäufen gesehen haben, machen irrationale Verhaltensweisen inzwischen global schnell die Runde.

Die Auswirkungen auf Kultur und Wirtschaft wären enorm.

Und auch in der Politik könnte dies der ohnehin im Westen erstarkten Rechten weiteren Auftrieb geben.

Weitere Handelskriege wären die Folge.

Und dass das der Wirtschaft nicht gut tut, haben wir bereits nach den Zollerhebungen der Trump-Administration gesehen.

Genug zu den einzelnen Ländern.

Schauen wir uns an, was das alles konkret für uns nun bedeutet:

Warum Chancen und Risiken von Deflation und Inflation steigen

Der generelle Shutdown der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens wirkt sich massiv auf Angebot und Nachfrage aus.

Was folgendes bedeutet:

der Konsum fällt drastisch.

Schließlich darf keiner mehr raus.

In einigen Sparten wirkt sich das stark auf die Preise aus:

z.B. bleiben Modehändler auf ihren Frühjahrskollektionen sitzen.

Und müssen diese zu Niedrigpreisen abtreten.

In Folge herrscht in vielen Sektoren Deflation, d.h. Preisverfall.

Das birgt viele Möglichkeiten für Schnäppchenjäger, die sich jetzt auf die Suche machen.

Befeuert wird die Deflation zudem durch einen äußerst niedrigen Ölpreis.

D.h. selbst ohne Coronavirus hätten wir aktuell deflationäre Tendenzen.

So lange der Ölpreis nicht steigt, wird sich daran nichts ändern.

Allerdings werden aktuell die Haushalte mit viel Geld aufgeladen:

zum einen, weil sie es gerade nicht ausgeben können.

Zum anderen, weil in manchen Regionen, z.B. den USA, Helikoptergeld abgeworfen wird.

Sobald die Ausgehbeschränkungen eines Tages aufgehoben sind trifft dieses ganze Geld auf ein beschränktes Produktangebot.

Die Folge:

nach der Deflation käme die Inflation, die zusätzlich durch einen dann steigenden Ölpreis befeuert werden könnte.

Und damit hätten wir wieder neue Probleme, z.B. bei den Schulden (s.u.).

Doch davor sagen wir:

Ok, Aktien sind vielleicht interessant

Den Börsen-Crash, den das Coronavirus ausgelöst hat, hat Aktienwerte weltweit von ihren hohen Bewertungen geholt.

So fiel allein der DAX dieses Jahr um mehr als 30%.

Wie konnte das passieren?

Natürlich verkaufen viele, wenn sie es mit der Angst zu tun bekommen.

Aber:

Ein wesentlicher Grund für die hohen Bewertungen waren massive Aktienrückkäufe US-amerikanischer Konzerne.

Ähnlich zur Notenbankpolitik wurden Marktpreise von Aktien dadurch stark verzerrt.

Insofern war es nur eine Frage der Zeit bis zur Korrektur der Preise.

Aktien sind dadurch wieder attraktiv geworden.

Vor allem für Anleger, die Buchverluste aussitzen können.

Und mindestens für 10 Jahre investiert sein möchten.

Wer hektisch bei der nächsten Marktbewegung verkauft, wird mit Aktien aber wenig Freude haben.

Ein althergebrachtes Argument der Finanzindustrie lautet:

Aktien seien ein guter Inflationsschutz.

Wenn die Güterpreise steigen, steigen auch die Dividenden.

So zumindest deren Logik.

Wir wundern uns immer wieder über die Dreistigkeit, mit der hier die Menschen hinters Licht geführt werden.

Dieser “Inflationsschutz” geht nämlich in den Preisrisiken von Aktien komplett unter.

Die Kurs-Schwankungen von Aktien sind mit über 20% – nach oben und nach unten! – so stark, dass sie eine Inflation von 2% (nur nach oben!) pro Jahr keineswegs ausgleichen können.

Und wohlgemerkt:

aktuell liegt die Inflation unter 2%, Deflation nicht ausgeschlossen.

Gegen den Schutz vor Inflation gibt es deutlich geeignetere Instrumente als Aktien.

Aber das ist ein anderes Thema.

Zurück zu den Aktien.

Oft werden wir gefragt:

Wie also, wird sich der Aktienmarkt nun entwickeln?

Wir sehen aktuell (Stand 2.4.2020) zwei Szenarien für 2020:

  1. Nach einer Aufhebung der Ausgehbeschränkungen könnte sich der Aktienmarkt rasch erholen.
  2. Aktien könnten noch deutlich tiefer stürzen, wenn die Auswirkungen der Corona-Krise langfristig sichtbar werden.

Obwohl wir 1. nicht ausschließen können (sag’ niemals nie!), sind wir aktuell vorsichtig.

Wir schätzen also, dass Szenario 2. eher eintritt als Szenario 1.

Vor allem aufgrund der Natur des Virus.

Und dessen potentielle Auswirkungen auf die weltweiten Schulden:

Problematisch sind Schulden!

Nachdem wir die Notenbanken kritisiert haben, können wir an dieser Stelle auch mal ein Lob aussprechen:

Mit entschiedenden Maßnahmen konnten sie kurzfristig eine Liquiditätskrise abwenden.

Solche Liquiditätskrisen entstehen immer dann, wenn sich Unternehmen oder Banken gegenseitig nicht mehr vertrauen.

Sie fragen sich dann oft:

kann ich mit dem anderen Unternehmen noch Geschäfte machen?

Oder ist es sowieso bald insolvent?

Da die Unsicherheit oft überwiegt, werden keine Geschäfte gemacht.

Und es fließt kein Geld.

Genau das ist eine Liquiditätskrise.

Sowas hatten wir tatsächlich schon mal:

eine Liquiditätskrise war der eigentliche Auslöser der Subprime-Krise 2008.

Banken hatten sich damals gegenseitig kein Geld mehr am Geldmarkt geliehen, weil sie nicht wussten, wie viele toxische Papiere die anderen hielten.

Eine Liquiditätskrise ist somit immer auch eine Vertrauenskrise.

Und die wurde aus unserer Sicht kurzfristig in der Realwirtschaft abgewendet.

Man hat also dazugelernt.

Langfristig könnte sich die Geldpumperei aber rächen:

das Coronavirus könnte tatsächlich eine Schuldenkrise im Laufe des Jahres 2020 lostreten, deren Auswirkungen wir auch über 2020 hinaus noch spüren werden.

Ursache hierfür:

die Politik der Notenbanken in den letzten Jahren.

Durch Nullzinsen und massive Anleihekäufe sind die Märkte für festverzinsliche Wertpapiere schwer aus dem Gleichgewicht geraten.

Das hat zur weltweiten Überschuldung beigetragen.

Und man muss kritisch anmerken:

Staaten werden zunehmend durch Notenbanken finanziert.

Und nicht durch den Finanzmarkt.

Aber nicht nur Staaten profitierten von dieser Politik.

Sondern auch viele Unternehmen, die ohne günstige Kredite längst insolvent gegangen wären.

Man verspottet sie auch häufig als “Zombie-Unternehmen”.

Sie könnten eine Pleitewelle auslösen, der viele andere Unternehmen folgen werden.

Zumal alle Unternehmen, nicht nur Zombie-Unternehmen, unter Corona leiden.

Eine flächendeckende Marktbereinigung wäre die Folge.

Die Rettungsprogramme von Regierungen, die nun Notfallkredite verteilen, lösen dieses Problem nicht, sondern schieben es nur auf.

Dadurch wächst auch in Deutschland die Verschuldung von Unternehmen.

In Summe könnte das die Notenbanken in eine Zwickmühle führen:

  1. falls die Inflation in 2020 anspringt, müssten sie die Zinsen erhöhen.
  2. falls Unternehmen pleite gehen, müssten sie die Zinsen senken.

Man darf gespannt sein, was passiert, wenn beides gleichzeitg in den kommenden Monaten geschieht.

Zumal aufgrund der überinterventionistischen Politik in der Vergangenheit die Spielräume der Notenbanken weitgehend ausgereizt sind.

Hinzu kommt:

in den USA hat man es mal wieder hinbekommen, Schulden innovativ an den Märkten weiterzuverkaufen.

Und zwar ähnlich zu Subprime-Hypotheken-Darlehen, die in Form von ABS-Transaktionen verbrieft oder in CDO / CDS-Transaktionen referenziert wurden.

Nur dieses Mal in Form von ETFs.

Die Folge:

Hausbanken haben sich ihrer Schulden entledigt.

Die Risiken tragen Anleger, die die Schuldner kaum kennen.

Unter diesen Schuldnern sind o.g. Zombie-Unternehmen.

Die Blase ist reif, die Frage ist, ob sie platzt.

Gut daran zu erkennen, dass die amerikanische Notenbank vorsorglich ETFs mit Unternehmensanleihen kauft.

Man darf gespannt sein, wie das weitergeht.

Wir halten Euch auf dem Laufenden!

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